April 1st, 2020 Min. Lesezeit

Wie das Home Office zum Segen statt zum Fluch wird


Das Home Office: Kreative und produktive Zeit zuhause oder die lange ersehnte Gelegenheit zum Faulenzen? Selbst zu normalen Zeiten gehen die Meinungen zu diesem Thema weit auseinander. Fakt ist: Angesichts des Coronavirus befinden sich aktuell 22 Prozent mehr Arbeitnehmer*innen im Home Office als gewöhnlich. Glaubt man den Prognosen, wird dies auch noch für einige Zeit so bleiben und dadurch den Trend zu flexibleren Arbeitsformen weiter verstärken.

Grund genug also, um sich mit dem Thema einmal genauer auseinanderzusetzen!

Schwierigkeiten im Home Office

Zunächst klingt das Arbeiten von Zuhause für viele sehr entspannt: Du musst nicht zur Arbeit fahren, kannst in Jogginghose arbeiten und hast Zeit für lange Spaziergänge. So entspannt es jedoch klingt, so schwierig ist es für viele, im Home Office tatsächlich produktiv zu sein.

Für viele verschwimmen schnell die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben, denn oft funktioniert zuhause nichts so selbstverständlich wie im Büro.

Ein typischer Tag im Home Office

Alles fängt morgens damit an, dass man später als gewöhnlich aufsteht. Wenn man es schließlich mit einiger Anstrengung an den Schreibtisch geschafft hat, erwischt man sich nach der ersten Stunde plötzlich dabei, die Küche zu putzen, sich zu rasieren oder das dritte mal kleine Snacks zuzubereiten, obwohl man eigentlich arbeiten wollte. Auch Einkäufe erledigt man gerne morgens oder mittags.

Plötzlich platzen nach dem Mittagessen die Kinder oder Mitbewohner*innen ins Zimmer, und ehe man sich versieht, sitzt man eine Stunde bei einem netten Kaffee zusammen. Sobald man es gegen Nachmittag wieder an die Arbeit geschafft hat, rufen schließlich Freunde, Eltern oder Geschwister an, mit denen man sich erstmal ausführlich über die aktuelle Situation austauscht. Und war da nicht noch die Whatsapp-Konversation in einer Freundesgruppe, in der man noch ein lustiges Bild posten wollte?

Als man schließlich am frühen Abend wieder pflichtbewusst am Schreibtisch sitzt, ist, ehe man es selbst realisiert, eine Stunde mit Surfen in sozialen Netzwerken, Youtube oder LinkedIn verstrichen. Oder man war - mal wieder - vertieft in die neuen Updates über die Verbreitungszahlen des Coronavirus und hat sich damit noch verrückter gemacht, als es die Lage sowieso schon ist.

Aus schlechtem Gewissen erwischt man sich anschließend nach dem Abendessen dabei, zu arbeiten, obwohl man eigentlich Sport machen wollte oder per Skype verabredet war. Danach checkt man noch einmal schnell die Zeitung, um anschließend mit einem unruhigen und schlechten Gefühl - und natürlich zu spät - einzuschlafen.

Ausgehend von diesem Chaos stellt sich die Frage: Wie schafft man es, zuhause produktiv zu arbeiten?

Das Office im Home-Office

Man kann zunächst viel von der Einsicht lernen, wie selbstverständlich es im Büro ist, zu arbeiten. Doch woran liegt das? Es ist eigentlich simpel: Das Büro wurde bewusst oder unbewusst dafür designed, dort zu arbeiten.

Als Menschen denken wir häufig, wir wären individuell für schlechte Resultate verantwortlich und wir bräuchten einfach mehr Willenskraft und Disziplin, um unsere Ziele zu erreichen. Das ist natürlich nicht falsch und mehr Disziplin kann wohl niemandem schaden.

Einen vermutlich wichtigeren Einfluss auf unser Verhalten hat allerdings unsere Umgebung: Wir sind massiv dadurch beeinflusst, was und wer um uns herum ist. Wir tendieren außerdem dazu, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, den uns unsere materielle, digitale und soziale Umwelt nahelegt.

Wenn wir etwa abnehmen wollen, sind wir schlecht damit beraten, viele Süßigkeiten zuhause zu lagern, selbst wenn wir über enorme Willenskraft verfügen. Wenn wir das Rauchen aufgeben wollen, fällt uns das in der Regel deutlich schwerer, wenn viele Freunde starke Raucher sind.

In diesem Sinne legt dir dein Umfeld zuhause in der Regel einfach nicht nahe, dort produktiv zu sein, sondern dich zu entspannen! Die Lösung für produktives Arbeiten im Home Office ist daher simpel: Du solltest dir zuhause ein Office einrichten, das diesen Namen auch verdient.

Worauf solltest du dabei achten?

Die physische Umgebung

Das Wichtigste ist es, einen Raum oder Ort zu haben, an dem du ausschließlich arbeitest. Im besten Fall ist dieser Raum dein eigenes Arbeitszimmer, in das du morgens genauso gehen musst wie ins Büro. Wenn dies nicht möglich ist, solltest du einen Schreibtisch wählen, an dem du ausschließlich arbeitest. Dies suggeriert deinem Gehirn, in den Arbeitsmodus umzuschalten. Im Idealfall ist dieser Ort schlicht und schön eingerichtet. Du solltest dich gerne dort aufhalten. Ideal sind Pflanzen, viel Tageslicht und ein guter Stuhl und Schreibtisch.

Der Raum sollte möglichst frei von Gegenständen sein, die du mit Freizeitaktivitäten assoziierst. Dazu gehören Fernseher, Betten, private Bilder, ein Kühlschrank voller Snacks, eine Bar, Bücher und vieles mehr.

Zusätzlich solltest du möglichst nicht der Versuchung nachgeben, jeden Tag in Jogginghose und T-Shirt zu arbeiten. Im Idealfall ziehst du dich, wie im Büro, gezielt für die Arbeit an und entwickelst dafür einen eigenen Dresscode. Auch das hat wiederum zum Ziel, deinem Gehirn klar zu suggerieren, in den Arbeitsmodus umzuschalten.

Die digitale Umgebung

Kommen wir jetzt zur digitalen Umgebung, insbesondere deinem Smartphone und Social Media Accounts aller Art. Sind beide in normalen Zeiten bereits lästig, entwickelt sich ihr Störpotential im Home Office in exponentielle Höhen.

Für beide gilt, dass du es dir selbst so schwer wie möglich machen solltest, darauf überhaupt zuzugreifen.

Wenn du dein Smartphone nicht für die Arbeit benötigst, solltest du es am besten gar nicht erst mit an deinen Arbeitsort nehmen. Wenn du es mitnehmen musst, ist es empfehlenswert, sämtliche Push Nachrichten deaktivieren.

Gleiches gilt für Social Media und andere Websites. Hier empfiehlt sich, mit spezifischen Tools, wie etwa stayfocused, besonders verlockende und daher potentiell störende Websites während der Arbeitszeit einfach zu blockieren.

Auch wenn dir dies vermutlich schwer fallen wird, fühlen sich beide Maßnahmen nach einiger Zeit in der Regel wie eine Befreiung vom ständigen Dopaminrausch an.

Die Arbeitszeit

Auch für den Zeitrahmen gilt, dass du deinem Gehirn eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit suggerieren solltest. Das bedeutet, dass du klar abgesteckte Zeiträume festlegen solltest, in denen du ausschließlich arbeitest. Im Idealfall ähneln diese Zeiten normalen Arbeitszeiten.

Dies ist außerdem die einzige Möglichkeit, wie du auch im Home-Office einen Feierabend haben kannst.

Die soziale Umgebung

Auch wenn es erstmal hart klingt, gilt es hier, allen Menschen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben, klar zu kommunizieren, dass du dich bei der Arbeit befindest und dabei nicht gestört werden willst. Das gilt für Partnerinnen, Eltern, Kinder und Freundinnen.

Umgekehrt ist der regelmäßige Kontakt zu Arbeitskolleg*innen sehr sinnvoll. Meetings solltest du auch im Home Office in regelmäßigen Abständen abhalten. Das gibt dir einerseits das Gefühl, auch zuhause Teil eines Teams zu sein.

Andererseits geben dir regelmäßige Meetings die Gewissheit, dass andere auch arbeiten. Das erhöht, wie beim Sport, den sozialen Druck, auch selbst dran zu bleiben. Für die Kommunikation empfehlen sich dabei Tools wie slack oder zoom.

Produktivitätstechniken

Zwar planen auch im Büro Viele selbst ihren Tag, dennoch bedeutet eine völlig freie Zeiteinteilung oftmals eine ungekannte Herausforderung. Daher ist es jetzt sinnvoll für dich, eine Planungsroutine zu entwickeln, die dir persönlich liegt.

Dabei solltest du das Paretoprinzip im Hinterkopf behalten: Im Bezug auf deine Arbeit besagt es, dass 20 Prozent der Aktivitäten für 80 Prozent der Resultate verantwortlich sind. Dementsprechend solltest du dich zu Beginn des Tages fragen, welche Aktivitäten diesen 20 Prozent entsprechen und diese anschließend, wenn möglich, zuerst erledigen.

Außerdem können verschiedene Produktivitätstechniken, wie etwa die Pomodorotechnik oder binaural beats auf Youtube oder Spotify helfen, damit du in den Flow kommst und effizient an den wichtigsten Prioritäten arbeitest.

Achtsamkeit und die mentale Umgebung

Schließlich bringen all diese Schritte nichts, wenn du nicht die Fähigkeit hast, Ablenkungen als solche zu erkennen und sie achtsam und bewusst zu umgehen. Eine stark ausgeprägte Achtsamkeit lässt dich leichter und früher erkennen, wenn du nicht an wichtigen Prioritäten arbeitest, von deinem Handy abgelenkt wirst oder dir zu viele Sorgen um die aktuelle Situation machst.

In der Mindance App findest du genau dafür ab jetzt kostenlose Übungen, die dir das Arbeiten im Home Office erleichtern können!

Screenshot HomeOffice Content small

Solltest du noch keinen Mindance-Account haben, kannst du dich ab heute kostenlos mit dem Aktivierungscode HomeOffice registrieren und direkt mit dem Training starten.

Wenn du Mindance bereits nutzt, findest du die Übungen zu den Themen “Selbstfürsorge” und “Verbundenheit” und der Rubrik “Mental gesund in unruhigen Zeiten”. Die Übungen zu den Themen “Achtsamkeit” und “Fokus” findest du unter Entdecken → Achtsamkeit kultivieren und Entdecken → Konzentration steigern. Wir empfehlen folgende Übungen:

Achtsamkeit: Sinnesmeditation, Gehmeditation, Gedanken beobachten
Fokus: Objektmeditation, Der optimal Fokus, Zirkeltraining

Wir wünschen dir damit viel Spaß und eine produktive und gelassene Zeit im Home Office!

Lars Paschold

Sales & Marketing Manager

Hol dir die App

Die Mindance App ist kostenlos erhältlich und ermöglicht dir, deinen individuellen Trainingsplan zu erstellen um dein Wohlbefinden zu steigern. Außerdem stehen dir kurze Übungen zur Verfügung, die dich an stressigen Tagen unterstützen, dir beim Abschalten helfen oder einfach nur zum entspannen.

App Store
Play Store